Schweinegrippe/influenza H3N2

Die Schweinegrippe (Porzine influenza) ist eine akute Infektionskrankheit der Atemwege beim Hausschwein. Die Krankheit wird durch Influenzaviren verursacht und betrifft normalerweise nur das Schwein. Es handelt sich um einen RNA-Virus der in das Genom des Schweins eindringt und sich dort vermehren kann.

Infektion und Krankheitsbild
Schweine infizieren sich mit dem Erreger durch Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass der Erreger im Sekret z.B. des Speichels, vorhanden ist und dadurch auf andere Tiere übertragen wird. Dabei sind es meist die Schleimhäute die als Eintrittspforte für den Erreger dienen. Hier setzt sich das Virus in den Epithelzellen der Schleimhaut fest und beginnt sich zu vermehren. Die Inkubationszeit, sprich die Dauer vom Eintritt des Erregers bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome, umfasst meist 1-4 Tage. Ohne Behandlung breitet sich das Virus anschließend in wenigen Tagen über das gesamte Atemssystem des Schweins aus. Besonders gefährlich ist dabei die Infektion der Lunge.

Das Krankheitsbild geht mit schweren Atemwegsentzündungen und hohen Fieber einher. Die Sekretion von Schleim aus Nase und Augen kennzeichnen dabei meist das volle Krankheitsbild. Gefährlich wird die Erkrankung dann, wenn sich die Symptome von einer akuten Bronchitis hin zu einer interstitiellen Pneumonie (also einer festsitzenden Lungenentzündung) entwickeln. Dies geschieht meist dann, wenn das durch den Virus geschwächte Immunsystem Nebeninfektionen die meist von Bakterien ausgelöst werden, nicht mehr bekämpfen kann. In diesem Fall kann die Krankheit tödlich enden.

Das Tier ist ab dem Zeitpunkt der Infektion bis zu 5-6 Wochen nach Ausheilung der Infektion noch Viruslastig. Das bedeutet es ist noch ansteckend und muss gesondert untergebracht werden.

Therapie
Schweine können meist nur durch eine Impfung erfolgreich vor der Schweinegrippe geschützt werden. Dabei wird das Tier meist nach der vollendeten zehnten Lebenswoche das erste Mal geimpft. Muttersauen werden oftmals 4 Wochen vor errechnetem Geburtstermin noch einmal geimpft um den Ferkeln bei der Geburt eine passive Immunität mitzugeben.
Bei erfolgter Infektion kann nur symptomatisch behandelt werden. Die Tiere sollten auf jeden Fall gesondert untergebracht werden. Schweinegrippe unterliegt im Deutschland nicht der Meldungspflicht.